September 2022

27Sept.19:3021:30Wissen Volksmusik - "Kinder singen gern!"Praktische Schlaglichter auf das Singen regionaler Lieder mit Kindern über 200 Jahre in Oberbayern19:30 - 21:30

Veranstaltungsdetails

An diesem Abend singen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Eva Bruckner und Ernst Schusser viele Liebesspiele aus den verschiedenen Epochen der (Volks-)Liedpflege, die teils „Verklungen“ sind oder bis heute im Auswendigen Singen der Kinder vorhanden sind – und die in der Gegenwart neue Wege für das Singen mit Kindern in Familie, Freundschaft, Kindergarten oder (Grund-)Schule ermöglichen können.

Ein Bogen spannt sich von den regionalen Liedzeugnissen in Singschulen und der Musikausbildung von Seminaristen in den Klöstern (z.B. Tegernsee um 1800) über die Türmer und Stadtmusikanten bis zu den „Volksliedern“ in den „Volksschulen“ ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier wurden auch aus pädagogischer Absicht viele Texte und Melodien für Kinder gestaltet oder „komponiert“ (z.B. durch Hoffmann von Fallersleben). Auch die „Kindergartenbewegung“ in Thüringen (durch Friedrich Fröbel) strahlte auf Oberbayern aus.
Danach hat ab dem Ende des 19. Jahrhunderts die musikalische Jugendbewegung mit den „Wandervögeln“ alte und neue Lieder für die bewusste Liedpflege mit Kindern angepasst. Ab ca. 1900 gab es auch Sammelaktionen, mit deren Hilfe vor allem die Texte von Kinderliedern, Spielen und Sprüchen dokumentiert wurden (z.B. Lehrer Muggenthaler in Erding1901, heute im Deutschen Volksliedarchiv oder Ehepaar Horak oder Herr Baudrexel, übergeben an das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern).
Kurt Huber und Kiem Pauli brachten 1936 ihr Büchlein „Altbayerisches Liederbuch für Jung und Alt“ mit bayerischen und alpenländischen Liedern heraus. 1943 bewahrte der junge Wastl Fanderl in seinem „Hirankl Horankl“ auch viele von ihm aufgezeichnete Sprücherl der Kinder vor dem Vergessen. Hans Kammerer in Burghausen steht für die zahlreichen Lehrkräfte, die nach dem 1. Weltkrieg bewusst Hausmusik und Volkslieder mit Kindern pflegten – er widerstand den Anfechtungen des NS-Politik.

Ab den 1950er Jahren gaben eine Reihe Lehrkräfte allein (z.B. Köbele, Lorenz) oder mit Bildungswerken (z.B. Rosenheim) in jeweils eigener Form bei der bewussten Pflege des Singens von regionalen und alpenländischen Liedern mit Kindern neue Impulse. Das Schulliederbuch „Wir kleinen Sänger“ von Rudolf Kirmeyer enthält viele regionale Lieder. Wastl Fanderl griff als Bezirksvolksmusikpfleger ab den 1970er Jahren unterstützt vom VVV, Kindergärtnerinnen, Lehrkräften und Schulräten diese Initiativen auf, die auch sein Nachfolger, der Lehrer Wolfgang Scheck weiterführte.
Der Landesverein für Heimatpflege und das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern brachten ab den 1990er Jahren darauf aufbauend neue Impulse aus der Überlieferung in das Singen mit Kindern ein, zusammen mit vielen Volksmusikanten (z.B. Hans Auer) und Kollegen in Österreich. Diese wurden von vielen ehrenamtlichen Volksmusikfreunden, von den Familien, Kindergärten und Schulen vielfach aufgegriffen, auch von den professionellen Akteuren (z.B. Familien Well).
Das sind nur wenige von den Ansätzen und Persönlichkeiten, die sich um das Singen mit Kindern in über 200 Jahren angenommen haben. Immer brauchte es neue Anläufe um neues Leben in den Liedern zu vermitteln. Vielleicht ist gegenwärtig wieder Zeit für neue Anfänge nach dem „Corona-Kahlschlag“ beim natürlichen Singen im Leben?

Referenten:
Eva Bruckner, Ernst Schusser

Anmeldung und weitere Informationen unter volkskultur@volkskultur-musiskchule.de oder unter 089 987 980.

Flyer

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Zeit

(Dienstag) 19:30 - 21:30

Ort

Wastl Fanderl Schule

Mauerkircherstr. 52, 81925 München

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